Sonntag, 31.07.2022
Neubau der Volmebrücke in Lüdenscheid-Brügge

Im Juli 2022 haben Fachexpert:innen der DB weitere Flutschäden entdeckt: an der Volmebrücke in Brügge. Die Brücke aus dem Jahr 1885 ist deshalb seitdem für den Zugverkehr gesperrt und muss komplett neu gebaut werden. Die Wassermassen während der Flut hatten einen sogenannten Strömungsabweiser vor dem Mittelpfeiler beschädigt. Seitdem drückt die Volme direkt auf den Pfeiler und hat seine Tragfähigkeit damit entscheidend geschwächt.
Der Plan sieht vor, die neue Brücke innerhalb eines Jahres – bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 – fertigzustellen. Damit die neue Brücke zukünftig hochwasserresilienter ist, wird sie ohne Mittelpfeiler gebaut. So kann mehr Wasser unter der Brücke durchfließen. Ein modernes Bauverfahren mit Stahlbeton-Fertigteilen sorgt für eine kurze Bauzeit. Zudem ist kein aufwändiges Planfeststellungsverfahren notwendig. Deshalb hat sich die DB bei der Prüfung verschiedener Bau- und Reparaturvarianten entschieden, keine Hilfsbrücken einzusetzen oder provisorische Reparaturen durchzuführen. Sie hätten zudem weiter Einschränkungen im Verkehr bedeutet und keinen zeitlichen Vorteil für die Fahrgäste gebracht. Die auf der Brücke liegende Weiche sorgt dabei für besondere Komplexität für die Planer:innen.
Derzeit laufen viele wichtige Aufgaben parallel: Die Fachexpert:innen haben die Baugrund- und Hydraulik-Gutachten bereits abgeschlossen und die notwendigen Vermessungsarbeiten durchgeführt. Um möglichst schnell das Baufeld für die Bauarbeiten vorzubereiten, müssen die Kabel, die neben der Strecke und auf der Brücke liegen, über eine provisorische Brücke über die Volme geführt werden. Auch wenn auf das mehrmonatige Planrechtsverfahren verzichtet werden kann, stimmt sich die DB mit fortschreitender Planung eng mit den zuständigen Behörden ab und holt notwendige Genehmigungen ein.
Für den Bau der neuen Brücke müssen außerdem neue Fundamente für die Widerlager gebaut werden. Das erfordert je nach Gründungsart eine große Baugrube oder tiefe Bohrungen mit Kampfmittelsondierungen links und rechts der Volme. Nach der Gründung und dem Bau der Widerlager legen die Baufachleute die Brücke aus Stahlbeton auf. Eine besondere Herausforderung wird die Wasserhaltung während der Bauzeit.
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