Dienstag, 16.12.2025
Bad Münstereifel: S 23 fährt nach der Jahrhundertflut wieder auf der Erfttalbahn
Regelmäßiger Zugverkehr seit dem 14.12. • Hochwasserresilienter Wiederaufbau auf rund 13 Kilometern • Modernisierung/Erneuerung von fünf Bahnstationen • Elektrifizierungsarbeiten schreiten gut voran.

Knapp viereinhalb Jahre: So lange hat der Wiederaufbau der Erfttalbahn nach der Flutkatastrophe 2021 gedauert. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 ist die wichtige Pendler- und Ausflugsstrecke zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel wieder in Betrieb gegangen. Bei der Pressefahrt am 15. Dezember wurde dies von Vertreter:innen der Deutschen Bahn, go.Rheinland und der Politik gewürdigt.
Jens Schäfer, Leiter Ausbau Knoten Köln, DB InfraGO: "Die Wiederinbetriebnahme der Erfttalbahn ist ein Meilenstein für die Region. Sie ist für Pendler:innen, Anwohnende und Tourist:innen in der Region ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens. Die Flut 2021 hatte die Infrastruktur an vielen Stellen komplett zerstört. Wir haben die Strecke nicht nur repariert, sondern technisch auf ein neues Niveau gehoben. Wir haben nun barrierefreie Stationen und eine hochwasserresiliente Infrastruktur."

So wurden auf rund 13 Kilometern Bahnstrecke insgesamt 9.100 Meter Schiene, 8.000 Tonnen Gleisschotter und 4.700 Schwellen verbaut. Außerdem wurden zwei Brücken wieder aufgebaut, eine Brücke saniert, 21 Bahnübergänge erneuert und eine Stützwand neu gebaut. Zu dem Projekt gehörten auch die Erneuerung von zwei Durchlässen und Instandsetzung von 30 Durchlässen.
Auch fünf Bahnstationen in Bad Münstereifel, Stotzheim, Kreuzweingarten, Arloff und Iversheim modernisiert bzw. erneuert. Dieses Mammutprojekt war nur möglich, weil Behörden, Kommunen, Baufirmen und Anwohnende gemeinsam an einem Strang gezogen haben. Unser Dank gilt allen Beteiligten.
Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer go.Rheinland: "Nach einer langen Leidenszeit kann es auf der Schiene nun endlich wieder losgehen. Und das Besondere dabei: Durch einen Kraftakt des Landes, des Bundes und der Deutschen Bahn konnten der Wiederaufbau und die Antriebswende zusammen geplant werden. Die rechtlichen Möglichkeiten zur Beschleunigung und zur Finanzierung wurden hier vollumfänglich und unbürokratisch genutzt. Wenn die elektrisch angetriebenen Züge hier eingesetzt werden können, werden sie der Qualität im Betrieb einen ordentlichen Schub verleihen."
Neben dem Wiederaufbau hat die DB auch schon die Elektrifizierungsarbeiten vorangetrieben, die bis Ende 2028 abgeschlossen sein sollen. So wurden von 219 erforderlichen Oberleitungsmasten bereits 212 Maste errichtet. Neben der Montage von rund 13 Kilometer Oberleitung sind noch weitere Arbeiten bis zur Fertigstellung erforderlich. Hierfür sind in den nächsten drei Jahren noch abschnittsweise weitere Sperrungen notwendig. Die Bahn wird rechtzeitig hierüber informieren.

